Christen im Dienst an Kranken e.V.
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Wie lebe ich meinen Glauben aus

von Jonathan Kiflai

Mein Name ist Jonathan Kiflai und ich bin seit ca. 2015 Pflegehelfer in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.


Dort versuchen wir unseren körperlich eingeschränkten Mitmenschen in ihrem Alltag so gut wie möglich zu helfen. Dazu gehört beispielsweise, sie pflegerisch und hauswirtschaftlich zu unterstützen. Dieser Arbeit bin ich von Arbeitsbeginn an nach bestem Wissen und Gewissen nachgegangen. Als ich jedoch zum Glauben an Jesus fand (Ende 2015), änderte sich mein Verhalten als Arbeitskraft sehr.

Vorher, so meine Einschätzung, war ich nicht sonderlich interessiert, was mein Gegenüber denkt. Ich versuchte allem voran meine Arbeit gewissenhaft und „prinzipientreu“ zu erfüllen, interessierte mich wenig für mein Verhältnis zu den Kollegen, geschweige denn die Sorgen oder Probleme meines Nächsten.


Durch den Glauben an Jesus nahm jedoch diese egozentrische Denkweise nach und nach ab. Dies habe ich ganz klar der bibeltreuen Gemeinde zu verdanken, wo ich an die biblischen Inhalte durch Bibelstunden, Jugendstunden und Gottesdienste Stück für Stück herangeführt wurde. Je mehr mir Jesus durch sein Wort vertrauter wurde, desto mehr brannte es mir auf dem Herzen, von ihm weiter zu erzählen. Ich hatte plötzlich ein großes Interesse daran, zu wissen, wie es meinem Nächsten geht. Wie steht er persönlich zu Jesus? Kennt er das Evangelium? Ist er mit der guten Botschaft von Jesu Erlösungswerk bereits vertraut, oder nicht? Mein Verständnis von Gottes Wesen und Jesu Stellung in meinem Leben wuchs.


Die Liebe und Hinwendung Jesu, die er in der Bibel jedem einzelnen demonstrierte, seine zahlreichen Lehrvorträge prägten meine Denkweise und machten mir die Verantwortung gegenüber meinem Nächsten immer deutlicher.

 

Aber wie sollte ich z.B. den klaren Auftrag meinen „Nächsten zu lieben wie mich selbst“ (Markus 12, 31) in meinem persönlichen Alltag also umsetzen?


Das Gebot war mir vertraut, aber konkret im Berufsalltag „Nächstenliebe“ auszuüben, achtete ich wirklich darauf? Konkrete Veränderungen fingen im Kleinen an.

Für mich bedeutete es zunächst einfach aufmerksamer gegenüber meinen Kollegen zu sein.

Vielleicht hat jemand noch nichts gegessen und man gibt ihm ein paar Brotstullen von sich ab. Oder, wie in meinem Fall, man unterstützt den Kollegen bei schwierigen Pflegefällen.


Auch wenn ich durch die Arbeit mit Gemeinde und Familie stark eingespannt bin, versuchte ich hin und wieder für Kollegen einzuspringen.

 

Man könnte noch viele Beispiele nennen, wichtig ist dabei einfach nur, dass wir unsere Hilfe bewusst aus Liebe zu unserem Nächsten tun, ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten.


Viel schwieriger gestaltete sich für mich, Gespräche zu eröffnen und in den aktiven Dialog über Jesus zu kommen.

Als „frisch Bekehrter“ half es mir zunächst z.B. Kalender, Traktate oder Ähnliches zu verteilen, um so „ungezwungen“ in ein Gespräch einzusteigen. Häufig sprachen die Kollegen mich dann ganz von selbst an.


Je mehr ich jedoch im Glauben wuchs, desto „mutiger“ wurde ich auch, Gespräche direkt zu eröffnen. Der Aufruf in Matthäus 28 Vers 19 schien mir plötzlich nicht mehr so fern. Was ich also häufig nutzte, waren Tage, an denen ich neue Mitarbeiter (FSJler, BFDler) in die Pflege einarbeiten musste und meist einen gesamten Dienst mit ihnen verbrachte. Ich betete ganz bewusst vor solchen „Einarbeitungsdiensten“, da ich meist drei bis vier Tage vorher über solche Dienste Bescheid wusste.

Was half mir ganz besonders vor diesen „eins zu eins“ Gesprächen?


Neben den üblichen Bibelseminaren war das Beobachten von sogenannten Straßenpredigern eine sehr große Hilfe. Ein Beispiel wäre Cliff Knechtle, der sich in Amerika vor die Uni stellt und mit jungen Studenten (der Philosophie usw.) diskutiert.


Todd Friel ist noch ein bibeltreuer Christ, der sehr viele „Lehrvideos“ ins Internet stellt und mir deutlich gemacht hat, dass Römer 1 Vers 16 nicht illusionär, sondern sehr wohl praktisch auf der Straße oder auf der Arbeitsstelle umsetzbar ist!


Ich schaute mir also viele „Techniken“ der Apologetik bei solchen großartigen, treuen Christen ab und setzte sie in ganz alltäglichen Gesprächen auf der Arbeit ein, ob ich mich mit Arbeitskollegen oder Pflegeleitungen unterhielt.


Schwieriger waren Unterhaltungen in der Gruppe, die ich eher gemieden habe. Häufig habe ich erlebt, dass sich der Großteil der Gruppe zusammentat um sich gegen die biblischen Inhalte auszusprechen und so ein konstruktives Gespräch unmöglich machte!


Oft wurde heiß diskutiert, manchmal wurde man komisch beäugt und häufig hämisch belächelt für die christlichen Überzeugungen, die man verteidigte.


Durch viele charakterliche und zwischenmenschliche Hürden hat mich der HERR bisher aber gut durchgetragen. Alles in einem waren es also sehr spannende Jahre in der Einrichtung, in denen ich vielen Menschen als Pflegehelfer, Mitarbeiter und Arbeitnehmer Zeugnis sein durfte.


Ich bin gespannt was in Zukunft noch für Gespräche entstehen werden und welchen Menschen Gott eine echte Bekehrung schenken wird!


 In Christus verbunden,
Ihr Jonathan Kiflai

Fotos: oben Gottesbotschaft.de; andere Bilder AdobeStock

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