Christen im Dienst an Kranken e.V.
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Wie viele Sekunden hat die letzte Stunde?

von Mario Hort, Brasilien

 

 

 

 

 

Ich habe die Stunde erlebt, die meine letzte Stunde sein sollte. Und diese Stunde erlebte ich im Krankenwagen unserer Stadt. Der Herzinfarkt ereignete sich kurz nach Mitternacht, und erst um 7.35 Uhr fuhr der Krankenwagen mit mir in die Nachbarstadt, um eine Angioplastie durchzuführen.

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Auszug aus dem CDK-Rundbrief Nr. 73
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Eine Stunde im Krankenwagen!

 

Die Reise dauerte genau eine Stunde, doch es war eigentlich schon zwei Stunden zu spät! Der Eingriff muss zwischen zwei und sechs Stunden nach dem Herzinfarkt geschehen, um Hoffnung zum Überleben zu geben, ich kam aber erst nach acht Stunden ins Krankenhaus. Darum weiß ich, dass es normalerweise meine letzte Stunde gewesen sein würde.


Am letzten Tag im Krankenhaus sagte Dr. Robson, dreimal in Anwesenheit von Pastor O.: „Von tausend überlebt nur einer solch einen Herzinfarkt. Du kannst es als ein Wunder ansehen.“


Die Bestätigung erfuhr ich am letzten Tag auf der Intensivstation: Das Ärzteteam benötigte meinen Platz für einen anderen Mann, mit dem gleichen Fall. Doch diesen Unbekannten, konnte der Krankenwagen nicht lebend ins Krankenhaus bringen. Er starb in der letzten Stunde!


Ich weiß nicht aus welcher Stadt er gebracht werden sollte, weiß auch nicht, ob er mit klarem Verstand diese letzten Augenblicke seines Lebens erlebte und ob er bereit war, vor Gott zu erscheinen.


Kein Gebet in der letzten Stunde.


Nach dem ich meiner Frau den Ehering und die Armbanduhr abgegeben hatte und mich verabschiedet hatte, habe ich nur drei unwichtige Erinnerungen: Ich empfand, als der Krankenwagen durch das Stadttor über die „Hubbel“ fuhr, die warmen Hände von Dr. Gilberto Oswald, einem Bruder aus der Gemeinde, der mit mir im Krankenwagen war, und seine Hände auf meine Brust presste um die Schmerzen zu lindern. Und ich erinnere mich an den Augenblick, als der Krankenwagen vor dem Krankenhaus hielt und die Ärzte fragten: „Ist dies der Patient?“

 

 

 

Danach habe ich die Angioplastie am Monitor  miterlebt. Das war prinzipiell alles, was ich von der „letzten Stunde“ in Erinnerung habe. Es war auch nicht die geringste Möglichkeit, etwas Wichtiges zu erledigen oder zu entscheiden.

Immer wieder erleben wir, dass Menschen die Bekehrung zu Gott und die Vorbereitung für die Ewigkeit, für die letzte Stunde lassen. Andere haben sich irgendwann mal zu Gott gewandt, aber die Welt war ihnen wichtiger und hoffen dann, dass die letzte Stunde ihnen Zeit geben wird, alles mit Gott in Ordnung zu bringen.


Niemand will sterben und in der ewigen Verdammnis erwachen. Manche wissen ganz genau, dass sie die Vergebung ihrer Sünden brauchen, um vor Gott zu erscheinen. Sie hoffen aber auf eine Gelegenheit der Gnade Gottes in der „letzten Stunde.“ Gibt es diese Gelegenheit der „Bekehrung in der letzten Stunde?“


Ohne Kraft zum Beten!


Auch noch einige Tage nach der Angioplastie, beim Besuch unserer Kinder und Angehörigen, musste ich um ein Gebet der Schwiegertochter bitten, denn ich war einfach noch nicht imstande zu beten. Besonders nicht, dabei noch Worte zu formen.


Im „Tal der Todesschatten“, wenn wir schon den tiefen Abgrund des Todes nahe empfinden, bleibt unser Verstand und die Entscheidungskraft in ganz geringer Aktionsmöglichkeit.


Vor einigen Jahren war ich in Sambia an den Victoria Fällen. Dort gibt es einen Abgrund, der 105 m tief ist. Vor diesem Abgrund liegt ein Stein, auf dem geschrieben steht: „The point of no return.“ Das bedeutet: „Der Punkt, von dem es kein Zurück gibt.“ Ich hatte nicht die geringste Lust, mich auch nur einen Schritt in Richtung dieses Steins zu wagen, denn das Gefühl der Todesschrecken überkommt jedem, der vor diesem Abgrund steht. Auch wenn der Stein nicht die Warnung ankündigen würde, so wäre schon allein der Anblick der Tiefe eine deutliche Ankündigung: „Hinter diesem Punkt verliert der Mensch ganz leicht das Bewusstsein und fällt in die Tiefe.“


Die letzte Stunde ist wie ein drohender Abgrund. Nach meiner Erfahrung, ist sie solch ein Punkt, wie es der Stein ist vor dem Abgrund an den Victoria Fällen. Wenn diese letzte Stunde begonnen hat, dann gibt es keine Zeit, um wichtige Dinge in Ordnung zu bringen, keine Zeit mehr, das Leben für die Ewigkeit zu ordnen. Das muss schon zuvor getan werden.


Auf der Autobahn erleben wir diese Wahrheit immer wieder: Wer die Abfahrt verpasst hat, kann nicht plötzlich brutal abbremsen, oder in hoher Geschwindigkeit die Abfahrt noch benutzen. Zu spät ist auch auf der Autobahn zu spät. Niemand kann den Rückwärtsgang benutzen, um zur verpassten Abfahrt zurückzukehren.


Die Letzte Chance verworfen!


In mehr als fünfunddreißig Jahren meiner Seelsorge in Brasilien habe ich, nach meiner Beurteilung, keine einzige glaubwürdige Bekehrung in der letzten Stunde bzw. halben Stunde erlebt!  


Was wir aber oft erlebt haben, ist, dass die Ärzte den Kranken im Koma als verlorenen Fall erklärt haben, und Gott gab auf wunderbarer Weise eine neue Chance zum Überleben und damit zur Bekehrung. Diese neue Gelegenheit, um das Leben mit Gott in Ordnung zu bringen, wurde von vielen vergeudet und von anderen wahrgenommen!


In all den Jahren meines Dienstes ist mir ein Erlebnis von Pastor Wilhelm Busch, in vielen Erfahrungen eine klassische Erläuterung der letzten Stunde gewesen. Unser brasilianisches Volk ist ein gottesfürchtig geprägtes Volk. Selten wird ein Brasilianer unhöflich zu einem Geistlichen sein. Dennoch erweist sich in der „Letzten Stunde“ bei allen Menschen und Völkern die gleiche Realität, die auch W. Busch erlebt hat.


W. Busch wurde ins Krankenhaus gerufen, um einem Sterbenden das Abendmahl zu geben. Der Pastor erklärte, dass es nicht die Aufgabe in der letzten Stunde sei, doch die junge Frau bat dringend um diese christliche Handlung, und W. Busch wollte das Mahl nicht verweigern.


Nachdem das Abendmahl dem jungen Mann gegeben war, unterhielt sich Pastor Busch noch längere Zeit mit dem Nachtwächter im Krankenhaus. Dann entschied er sich, noch mal nach dem kranken Mann zu sehen. Als er die Tür öffnete, konnte er seinen Augen kaum trauen: Das junge Paar saß strahlend auf dem Bett und voller Freude erlebten sie die Genesung, die wie ein Wunder Gottes eingetreten war.

Voller Verwunderung und Anbetung, angesichts des unerwarteten Wohlergehens des Kranken, sagt Pastor Busch: „Sicherlich werden sie jetzt auch aus Dankbarkeit Gott von ganzem Herzen dienen!“

Doch, so erinnert sich der Pastor, wie ein Funken aus der Hölle leuchtet es aus den Augen des jungen Mannes, der sagte: „Das brauche ich doch jetzt nicht mehr.“ Im gleichen Augenblick griff er mit seiner Hand zur Brust und fällt tot in die Arme seiner jungen Frau.

Persönlich bin ich dankbar, dass in meinem Dienst nicht solch ein grausamer Fall geschehen ist und dennoch musste ich am Sarg eines jungen Familienvaters ähnliches erleben.

 

Besonders schwer fällt mir, an eine letzte Gelegenheit in der letzten Stunde zu glauben. Ich habe die Herzenshärte so hautnah erlebt, dass ich auch im kindlichsten Glauben an Gottes große Gnade Schwierigkeiten habe, an das Erlangen der Gnade in der letzten Stunde zu glauben. Besonders schwer scheint es mir bei Menschen, die die Gnade Gottes ihr Leben lang bewusst ablehnt haben.


Gibt Gott neue Chancen zur Bekehrung?


Ja, wir haben Gottes besondere Wunder erlebt durch eine neue Gelegenheit zur Besinnung und Bekehrung. In den Reihen der Gemeinde sind einige Menschen die „lebendigen“ Wunder der Gebetserhöhrungen der letzten Stunde. Gott hat große Wunder getan, indem er verlorenen Menschen eine neue Chance gegeben hat, um vom sicheren Tod errettet zu werden; dadurch wurde ihnen eine neue Chance zur Bekehrung gegeben.


Ein Ehepaar stürzte in den Wasserfall vom großen Paranastrom, an der Grenze von Paraguay zu  Brasilien. Vor dem Fall in den Abgrund sagte der Mann zu seiner Frau: „Sollten wir am Leben bleiben, werden wir uns taufen lassen.“ So viel ich weiß, ist diese Taufe niemals geschehen. Ein Vater mit seinem Sohn war in Todesnot im großen Itaipu Stausee. Sie wurden durch eine Fehlhandlung aus dem Boot geworfen. Das Boot kreiste in rasender Geschwindigkeit um Vater und Sohn, und Gott errettete die beiden auf wunderbare Weise. Doch einen festen Schritt im Glauben habe ich immer noch nicht gesehen.


Mit dem Rollstuhl in meinem Büro!

 

Fünfzehn Jahre, nachdem Eri Zwick sein Rückrat unter seinem Motorrad gebrochen hat, habe ich ihn gebeten, mit seinem Rollstuhl in mein Büro zu kommen, um eine Frage zu beantworten: „Eri, du lagst genau eine Stunde mit gebrochenem Kreuz unter dem Motorrad, falls du dort gestorben wärest, glaubst du, dass in dieser letzten Stunde die Gnade Gottes noch erreichbar gewesen wäre, falls du gestorben wärest?“
Eri antwortete: “Ich habe zu Gott um Hilfe gefleht, doch ich glaube, es wäre schwer gewesen, die Gnade Gottes in dieser letzten Stunde zu ergreifen.“

Gott gab ihm eine neue Chance und Zeit zur Besinnung und Bekehrung. Jemand hat das Motorrad in der Böschung liegen sehen, hat es der Polizei gemeldet und dann wurde er unter seinem Motorrad hervorgeholt. Es war ein Wunder, dass er morgens um 4 Uhr, in der dunklen roten Erde gesehen wurde, bevor er  verblutet ist.


Dann konnte Pastor Paulo Hinz  Eri im Krankenhaus besuchen und vor der OP durfte dieser in einer aufrichtigen Entscheidung sein Leben in Gottes Hände geben. Sein Leben darf ich als Pastor von der Kanzel beobachten und sehe, wie er jeden Sonntag in seinem Rollstuhl mit strahlendem Gesicht die Gnade Gottes erlebt.


Warum hast du dich noch nicht bekehrt?


1992 erhielten Natalia, meine Frau und ich, eine Einladung zur Evangelisation nach Portugal, Spanien und zu Gemeindebesuchen in Deutschland.
Es war ein Dienst, der uns für längere Zeit von der Ortsgemeinde trennte. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine unerklärliche „Last“, die ich in meinem Herzen empfand. Ich spürte eine deutliche Bürde um die Menschen, für die ich vor Gott verantwortlich war als Pastor. Um täglich für etwa 600 Personen beten zu können, bat ich meine Sekretärin, mir eine Gebetsliste von der ganzen Gemeinde zu machen.


Sie nahm eine Papierrolle von einer Rechenmaschine und schrieb alle Namen auf diese Papierrolle. Nach jedem Namen schrieb die Sekretärin das Geburtsdatum und das Zeichen vom Kreuz für die Personen, die eine Entscheidung für Christus getroffen hatten. Im Flugzeug nach Portugal merkte ich, wie viele Menschen noch keine klare Entscheidung im Glauben getroffen hatten. Dies legte sich wie eine schwere Last auf meine Brust, die ich nie vergessen werde. Jeden Tag versuchte ich für etwa 20 Personen namentlich zu beten.


Als wir in Portugal evangelisierten, betete ich für Felipe Wohlfahrt und sah, dass das Zeichen des Kreuzes fehlte. Dann schrieb ich ihm eine Postkarte mit der Frage: „Felipe, warum hast du dich noch nicht bekehrt?“


Zwölf Jahre später stand ich an seinem Sterbebett auf der Intensivstation im Krankenhaus und fragte: „Felipe, warum hast du dich nicht bekehrt, als ich dir von Portugal aus geschrieben habe?“ Er antwortete mit der Frage: „Ist es jetzt zu spät?“ Und ich antwortete ihm: „Felipe, ich weiß es nicht.“


Ist es möglich, dass ein Pastor seinem Freund am Sterbebett sagt: „Ich weiß nicht, ob es jetzt nicht schon zu spät ist, um zu Gott zu finden?“ Doch ich kann und darf nicht lügen. Das konnte ich auch nicht am Sterbebett von Felipe, das kann ich auch nicht bei Beerdigungen. Welches auch die Lage sein mag, ich wünsche mir das Recht, ehrlich zu antworten.


Das Wunder einer neuen Chance!


Felipe erlebte die Gnade Gottes. Er durfte mit einer neuen Lebenschance aus der Intensiv Station kommen, auch nachdem die Ärzte schon alle Hoffnung aufgegeben hatten.
Einige Monate später saß er und seine Frau Maidi in meinem Büro und er sagte zu mir: „Ich will mich bekehren und möchte dann auch getauft werden. Ich möchte aber auch sagen, dass ich von keinem pastoralen Besuch auf der Intensivstation weiß.“ Der Gottesdienst, in dem Felipe getauft wurde, ist eine der eindruckvollsten Stunden unserer Gemeinde geworden. Denn Felipe sah man immer noch den Tod in den Augen an. Es war, als sei einer von den Toten auferstanden, um sich (im Glauben) taufen zu lassen.


Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes aus Ps. 103,1-3 sagt:


Lobe den Herrn meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.


Die letzte Stunde, die schon zehn Jahre dauert!


Als ich mich in großer Not befand nach dem Herzinfarkt und an diesem Thema schrieb, bekam ich eine E-Mail aus Chile. Pastor Narcizo Samora Fernandes schrieb um mich zu trösten: „Meine Frau leidet schon 10 Jahre an einer tödlichen Nierenkrankheit. Sie wurde schon oft operiert. Ich habe sie viele Male besinnungslos auf meinen Armen zum Krankenhaus gebracht. Mit einer Hand habe ich sie gehalten und mit der anderen ein Taxi herangewinkt. Ich habe oft geweint und verzweifelt wünschte ich unter ein Auto zu fallen, damit unsere Qual ein Ende finden könnte. Doch Jesus gab uns immer wieder den Sieg. Für jeden Kämpfer gibt es immer wieder einen Sieg.”


Narcizo Samora Fernandez der Pastor aus Chile erlebt schon seit zehn Jahren die „letzten Stunde“ seiner Frau und die Not ist fast unerträglich. Diese E-Mail aus Chile gab meinem Thema eine neuen Anstoß, um aus meiner Perspektive von der „letzten Stunde“ im Radio und schriftlich zu berichten.


Oft sagten mir Leute aus der Gemeinde: „Es ist sicherlich besser, wenn Gott uns eine „letzte Stunde“ mit etwas mehr Zeit gibt, um uns für die Ewigkeit vorzubereiten. Doch nach diesem E-Mail aus Chile frage ich: Ist es einfacher, mit Gott in Ordnung zu kommen, wenn Er uns eine „letzte Stunde“ mit zehn Jahren Zeit gibt?


Nein, auch die vielen Stunden und Jahre verbessern unsere Lage vor dem lebendigen Gott nicht. Es mag sogar sehr schwer werden, im Glauben festen Grund zu behalten, wenn die letzte Stunde sich auf Jahre hinauszieht, denn die Gnade, um im Gericht Gottes bestehen zu können, bekommen wir nicht durch viel Zeit, sondern durch die Gewissheit die wir im Glauben ergreifen können, und das muss in unserem Herzen und bei klarem Verstand geschehen!


Symptome der letzten Stunde


Nachdem ich aus dem Krankenhaus kam, habe ich einer Reporterin der Zeitung, für die ich meine Artikel schreibe, versprochen, etwas weniger „ernst“ zu schreiben. Doch meine Erfahrung auf der Intensivstation war zwar etwas lustig, aber es fiel mir nicht leicht, etwas weniger ernst zu schreiben. Denn es war überhaupt nicht leicht, als ich das Gefühl hatte, „Symptome“ der letzten Stunde zu empfinden.


Es wurde plötzlich bitter ernst, als ich auf die Tür der Intensivstation schaute und merkte, dass ich diese Türschwelle wahrscheinlich nicht mehr lebend übertreten würde. Ich musste es plötzlich bewusst akzeptieren, dass ich in dieser Nacht den Abschied erleben würde. Doch dann waren auf einmal alle Fragen und der Tod durch den Glauben an Jesus Christus überwunden und ich wurde ganz ruhig.


Es begann dann die Atemnot, der Kampf um das Überleben war groß und ich fragte den Arzt: „Herr Doktor, warum kämpft mein ganzer Körper plötzlich, wie ich es noch nie erlebt habe?“ Er antwortete ganz natürlich: „Die Pumpe versagt.“ Ich fragte: „Welche Pumpe?“ Er sagte: „Das Herz. Es versagt das Herz, dann die Lunge, danach die Nieren und …“


Ich konnte noch um das Gerät der Atemhilfe bitten. Als man mir die Maske auftat, legte sich die Not, ich schlief ein und am nächsten morgen, an dem ich in der Ewigkeit sein sollte, erwachte ich mit einer neuen Lebenschance. Es war einfach ein Wunder geschehen: Gott gab mir eine neue Gnade.


Die letzte Stunde des Verbrechers am Kreuz


Jesus erlebte die letzte Stunde seines Lebens am Kreuz, zwischen zwei Verbrechern. (Lukas 23, 39 – 43)

Es besteht kein Zweifel, dass der eine Verbrecher, der sich in der letzten Stunde zu Jesus gewandt hat und gesagt hat “Jesus denke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ gerettet wurde. Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Ja, wir glauben, dass dieser Übeltäter noch in der letzten Stunde seines Lebens, Gnade und Vergebung gefunden hat. Er war und ist der erste Erlöste durch Jesu Opferblut am Kreuz von Golgatha.


Wollen wir jedoch genau hinschauen und merken, was dort am Kreuz geschehen ist:

 

  • Der Übeltäter erkannte: „Dieser hat nichts Unrechtes getan.“ Luk. 23, 41b
  • Der Übeltäter bekannte seine Schuld: “Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen.“ V. 41a
  • Der Übeltäter bekannte seinen Glauben, als er sagte: “Jesus gedenke an mich, wenn Du in Dein Reich kommst.” V. 42

Wer war dieser Verbrecher? Wir wissen nichts von seinem Verbrechen, er aber wusste von seiner Schuld und bekannte sie vor dem Himmel und der Erde. Dies war das erste christliche Glaubensbekenntnis.


Die Schriftgelehrten Israels und der Hauptmann des Römischen Reiches erlebten die erste Bekehrung unter dem Kreuz Jesu. Es mag vielleicht sogar das erste Glaubensbekenntnis eines Heiden gewesen sein. Und das Wichtigste an der ganzen Geschichte ist: „Jesus bestätigt die ewige Erlösung in der letzten Stunde eines zum Tode verurteilten Verbrechers.“


Diese letzte Stunde wurde zur „ersten Stunde“ der Gnadenzeit der Gemeinde Jesu. Das war eine der herrlichsten Stunden der Gnadenzeit, in der letzten Stunde eines schuldigen Sünders, der Gnade gefunden hat. Es ist so herrlich, dass ich stundenlang über diese wunderbare Gnade schreiben möchte. Aber wir wollen noch einmal fragen:


Gibt es Vergebung in der letzten Stunde, in der Todesstunde?


Auch in der letzten Stunden kann ein schuldiger Sünder Gnade vor Gott finden. Es muss jedoch in dem gleichen Niveau der christlichen Bekehrung geschehen, wie sie dort am Kreuz auf Golgatha geschehen ist: Ja, es gibt Vergebung in der letzten Stunde, wenn der Sünder seine Schuld bekennt.


Es gibt unzählige „Christen“, die ihre Schuld leugnen. Sie halten sich für zu gut, um die Schuld zu bekennen. Sie leben voller „feiner“ Empfindungen und „guter“ Taten, die alle Schuld und Sünde vor Gott bedecken soll. Das schlimmste, dass ich in 35 Jahren Evangelisation und Gemeindedienst erlebt habe, ist: Die Menschen wollen sich nicht beugen, sie wollen die bösen Taten verdecken und damit können sie nicht vor Gott erscheinen. Darum ist dann auch die Gnade in der letzten Stunde so schwer zu erlangen.


Ja, auch in der letzten Stunde gibt es Vergebung der Sünden! Es müssen jedoch mindestens drei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die eigenen Sünden erkennen.
  2. Die Sünden bereuen.
  3. Den Glauben bekennen


Die Bibel sagt im Römerbrief Kapitel 10, Verse 9 -10 :

 

“Wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht,
und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.“

 

Der Übeltäter am Kreuz hatte diese drei Möglichkeiten, die er in der letzten Stunde nutzen konnte. Er erkannte seine Übeltaten, erkannte Jesus als den, der nach dem Tod in sein Reich kommt, und bat um seine Gnade, und dies alles hat er vor Gott und Menschen bekannt.


Es bleibt aber noch eine ganz ernste Frage unbeantwortet: Die Menschen, die von dieser Gnade wissen, sie aber ein ganzes Leben bewusst und entschieden ablehnen, werden sie in der letzten Stunde das tun “wollen“, was sie so oft abgelehnt haben? Werden sie es in der letzten Stunde noch tun können?“ Gottes „Rettungsboot“ kam unzählige Male an ihnen vorbei. Sie wollten nicht in das „Boot“ der Gnade Gottes einsteigen. Werden sie in der letzten Stunde dafür Zeit haben?


Hast Du heute Gottes Gnade erkannt?

 

Willst Du seinen Namen als Erlöser der Welt bekennen und anbetend vor ihm um Gnade bitten, wie es der Übeltäter am Kreuz getan hat, dann bin ich sicher, Du wirst heute Gnade finden. Aber in der „letzten Stunde“, die vielleicht nur drei Sekunden hat, sehe ich keine Chance zur Vergebung, um ewiges Leben zu finden.


Die Bibel sagt im Hebräerbrief 4,7 :

 

“Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet,
so verstockt eure Herzen nicht.”


Ich weiß nicht, wie viele Sekunden dein und mein “Heute” haben wird. Ich weiß aber von Millionen Menschen, die zur angenehmen Zeit Gnade und Vergebung gefunden haben. Haben wir diese Gnade und den Frieden mit Gott gefunden? Dann mag kommen was auch immer kommen mag.


Dann darf unsere letzte Stunde auch nur eine Sekunde dauern, denn wir sind schon durch den Glauben vom Tod zum Leben durchgedrungen und niemand kann uns von der Liebe Gottes scheiden. Röm. 8, 39.

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