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Medizinische und biblische Aspekte zur Organspende

Der folgende Beitrag stammt von Dr. med. Peter Beck. Er ist Chefarzt an der „Klinik für Innere Medizin", die zur Rems-Murr-Klinik Waiblingen gehört. Seine Ausbildung absolvierte der gläubige Christ an der Medizinischen Hochschule Hannover, einem Zentrum für Organ-Transplantationen. Als Oberarzt war er von der Richtigkeit von Organ-Transplantationen überzeugt. Als er jedoch als Chefarzt - in letzter Instanz - einen Patienten auf der Intensivstation für hirntot erklären musste, machte Gott ihm klar, dass er als Mediziner ein Geschöpf Gottes für tot erklärte hatte, das für seinen Schöpfer noch längst nicht tot war.

Viele Menschen haben einen Organspende-Ausweis, weil sie nach ihrem Tod noch etwas Gutes tun wollen. Ärzte wiederum halten die Organspende-Bereitschaft für zu gering. Politiker formulieren in jüngster Zeit in der Frage der Organspende eine „Entscheidungslösung". Die großen Kirchen befürworten seit 1998 die Organspende nach dem Hirntod. Was steht medizinisch und biologisch dahinter? Sagt die Bibel etwas zu diesem modernen Thema?

Organentnahme setzt in vielen Fällen, z. B. bei der Niere und der Knochenmarks-Spende, nicht den Tod des Spenders voraus. Es ist eine Lebendspende möglich. Die Entfernung des Herzens, der ganzen Leber und der ganzen Lunge setzt jedoch den Tod des Spenders voraus. Früher wurden diese Organe gleich nach dem Ganzkörpertod des Spenders verpflanzt und hatten, auch wenn sie nur kurz tot waren, eine schlechte „Angehrate", das heißt der Transplantationserfolg war sehr gering. Im Dezember 1967 transplantierte Prof. Barnard erstmals erfolgreich ein Herz. Daraufhin wurden vier weitere Herzen weltweit transplantiert. Im August 1968 schlug die Kommission der amerikanischen Universität Harvard vor, den Hirntod als gleichbedeutend mit dem Tod des Menschen zu erklären. Danach stieg die Zahl der Herztransplantationen in den USA und weltweit rasant an.

Bei der Diagnose des Hirntods lassen sich in mehreren Untersuchungen zu verschiedenen Zeitpunkten keine Gehirnaktivitäten mehr messen. Ob aber der betreffende Mensch dann auch keine seelischen Empfindungen mehr hat, die ja nicht messbar sind, lässt sich nicht feststellen. Jedenfalls produziert das „hirntote" Gehirn im Falle von hirntoten Frauen noch Hormone, die die Schwangerschaft steuern, bis das Kind erfolgreich zur Welt kommt.

Der Hirntod wird heute oft mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt. Dieser Tote hat aber Organe, die gerade sehr lebendig sein sollen, sein müssen, damit sie erfolgreich transplantiert werden können. Sind sie es nicht, dann „gehen sie nicht richtig an". Die Krankenkassen bezahlen festgelegte Preise für entnommene Organe: Der (Hirn-)Tote wird auf der Intensivstation sehr aufwändig weiterbeatmet und -gepflegt, damit die Organe, wenn man sie braucht, in bestem Zustand entnommen werden können. Die Krankenkassen zahlen also für die oft tagelange Pflege eines angeЫich Toten. Nach den Organentnahmen werden die Beatmung und alle Infusionen abgeschaltet - erst jetzt ist der Mensch „richtig" tot. Was war er dann aber vorher? Jedenfalls war er nicht ganzkörpertot.

Als Notarzt wird man auf der Straße niemals allein nach neurologischen Kriterien entscheiden, ob jemand tot ist. Tot ist der Mensch dann, wenn das Herz nicht mehr schlägt, der Kreislauf beendet ist, ebenso die Atmung, zum Schluss auch das Gehirn keine Reflexe mehr zeigt. Ärzte messen also mit zweierlei Maß den Tod des Menschen: einmal zum Zwecke der Organentnahme und zum anderen wie allgemein verständlich und gültig. Genau genommen ist der Hirntote also im Sterbeprozess: Ohne künstliche Beatmung würde rasch das Herz still stehen, der Mensch wäre bald tot, aber er ist eben noch nicht ganz tot. Somit ist Hirntod nicht gleich Ganzkörpertod.

Nun zur anderen Seite: der der Organempfänger. Transplantierte Organe „gehen" nur bei eineiigen Zwillingen ohne Medikamente „an". Für alle anderen Menschen gilt, dass wir durch unsere Körperabwehr (Immunologie) alles Fremde abwehren, also auch andere Organe. Daher muss die Körperabwehr bei dem Organempfänger ein Leben lang mit sehr starken Medikamenten unterdrückt werden. Dies hat entsprechende Folgen: Die Infektionsrate dieser Menschen ist stark erhöht, ebenso Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Osteoporose etc. Besonders aber ist das Krebsrisiko um das mindestens 15-fache gegenüber der Normalbevölkerung erhöht.

Was sagt die Bibel nun zur Organspende bzw. Organtransplantation? Obwohl die Menschen schon früher die inneren Organe wie Herz und Nieren kannten und obwohl Gott, der Schöpfer, auch Schöpfer des Gehirns ist, wird das Wort „Hirn" oder „Gehirn" in der Bibel nicht erwähnt. In der Bibel ist das Herz das Zentrum des Lebens. Тоtе sind in der Bibel immer ganz tot, nicht nur nach bestimmten Kriterien.

Bestimmte Begriffe sind in der Bibel grundsätzlich wichtig, so wie „die Grenze". Es heißt, „verflucht ist, wer die Grenze eines anderen versetzt" (5. Mose 27:17), d. h. nicht nur seine Grundstücksgrenze versetzt, sondern nach meiner Meinung jede Grenze des anderen, also auch die Grenze zwischen Leben und Tod. Es heißt auch: „Du sollst nicht begehren nach allem, was dein Nächster hat" (Mose 20:17). Viele schwerkranke Menschen hoffen, dass sie bald ein neues Herz oder eine neue Leber bekommen. Sie wollen „gar nicht wissen, von wem das neue Organ kommt" (Zitat zahlreicher Patienten). Sie hoffen letztlich auf den Hirntod eines anderen Menschen, um dessen Organe zu begehren.

Gott hat in seiner Schöpfung alles sehr gut gemacht, gerade auch den Menschen (1. Mose 1:31), also auch seine Körperabwehr. Damit wird der Mensch auf großartige Weise gegen alles Fremde geschützt. Diese Körperabwehr muss nun beim Patienten, der ein fremdes Organ erhält, ein Leben lang massiv unterdrückt werden, also entgegen der schöpfungsgemäßen Ordnung.

Es heißt in der Bibel auch: „Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn" (Römer 14:7). Wir gehören also nicht uns selbst, auch nicht unser Körper. Und so wie der Ruf in Вezug auf die Forderung nach Abtötung eines Ungeborenen (Abtreibung) falsch war: „Mein Bauch gehört mir!", so gehören auch nicht unsere Organe uns selbst, sondern Gott. Ich kann also auch keinen Organspende-Ausweis haben, ohne - letztendlich - das Einverständnis Gottes dafür zu haben. Wir müssen ihn und nicht die Kirchen oder die Ärzte oder die Juristen fragen: „Willst Du, Gott, dass ich meine Organe spende, bzw. dass ich fremde Organe in meinen Körper, der Dir gehört, aufnehme?" Gott sagt aber auch manchmal ja zu Ausnahmen von der Regel, wie Beispiele aus dem Alten Testament zeigen. Von daher könnte ich mir vorstellen, dass bei Lebend-Organspenden solche „göttlichen Ausnahmen" möglich sind. Aber es ist immer noch Gott, der das entscheidet. Ihn müssen wir fragen!

Dieser Beitrag erschien im Juni 2011 im christlichen Informationsdienst TOPIC. CDK stimmt in den oben genannten Positionen mit Dr. Beck überein. Wir danken Bruder Skambraks, dem Topic-Herausgeber, für die freundliche Überlassung dieses Artikels.

 

 

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