Christen im Dienst an Kranken e.V.

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Praktische Hinweise für Krankenbesuche

(PDF-Datei)
  • Voraussetzung für einen Krankenbesuch ist nicht ein großes Wissen, sondern Gottes Auftrag dazu und Ihre Liebe zum Kranken.
  • Beten Sie vor dem Besuch für den Kranken, daß Gott Ihnen die rechten Worte zur rechten Zeit schenkt.
  • Sprechen Sie beim Krankenbesuch in einer Privatwohnung die Zeit für den Be­such mit den Angehörigen ab. Auch bei einem Besuch im Krankenhaus oder Altenheim ist das oft gut, da­mit der Kranke nicht zuviel Besuch auf einmal bekommt oder zu anderen Zeiten nie­mand da ist.
  • Kommen Sie zur Besuchszeit oder holen Sie sich die Erlaub­nis zum Besuch und be­achten Sie die Regeln des Kranken­hau­ses / Altenheimes.
  • Sprechen Sie mit den Angehörigen oder mit dem Pflegeper­sonal über das, was dem Kranken mitgebracht werden kann. Ein Fettstift für die Lippen kann z. B. ein gutes Mit­bringsel sein. Überlegen Sie, worüber gerade dieser Mensch sich freuen würde.
  • Wählen Sie Literatur sorgfältig aus: keine schweren Bü­cher; kurze Texte mit Bildern sind oft angebracht. Denken Sie bei Bibelverskarten oder anderen Klei­nigkeiten auch an die Mitpatienten, wenn Sie jemand in einem Mehrbett­zimmer besuchen.
  • Viele Menschen haben heute einen Kassettenrecorder oder CD-Player. Brin­gen Sie Bibel­kassetten mit oder andere christliche Kasset­ten (z.B. gute Liedkassetten oder Kassetten von Gottes­diensten der Ge­meinde).
  • Erkundigen Sie sich bei Schwer­kranken vorher nach dem gegen­wärtigen Zustand.
  • Bringen Sie genügend Zeit mit und gleichzeitig die Bereit­schaft, schnell wieder zu ge­hen, wenn ein Bleiben nicht angebracht ist. Manchmal reichen 10 Minuten schon aus. Überfordern Sie den Kranken nicht durch zu langes Bleiben.
  • Wiederholte kurze Besuche sind oft besser als ein langer.
  • Klopfen Sie an, bevor Sie den Raum betreten und überzeugen Sie sich, be­son­ders im Einzelzimmer, daß Sie nicht im fal­schen Moment eintreten. Die Kran­kenschwester, die Ihnen die Erlaubnis zum Besuch gibt, kennt vielleicht die au­gen­blickliche Situation im Krankenzim­mer nicht.
  • Grüßen Sie, wenn Sie das Krankenzim­mer betreten.
  • Respektieren Sie die Würde und das Privatleben des Kran­ken. Falls notwen­dig, verlassen Sie den Raum, wenn der Kranke einen Morgenrock anziehen will, erst zugedeckt wer­den muß oder wenn Mitarbeiter etwas an ihm zu verrichten haben.
  • Setzen Sie sich in Augenhöhe des Kranken. Das drückt aus, daß Sie auf gleicher Ebene mit ihm sind und daß Sie Zeit für ihn haben.
  • Achten Sie auch auf die nähere Umge­bung des Kranken, z.B. auf das, was auf dem Nachttisch liegt (z.B. Zigaretten, christliche Literatur, Zeitschriften).
  • Seien Sie vorsichtig mit Schläuchen usw., die am Bett be­festigt oder in der Nähe des Kranken sind.
  • Beginnen Sie das Gespräch mit dem Kranken mit allgemeinen Fragen, z.B.: "Wie geht es Ihnen?" "Wie lange sind Sie schon im Krankenhaus?" "Was be­schäftigt Sie jetzt beson­ders?"
  • Lassen Sie den Kranken das Gespräch bestimmen. Wenn er jetzt nicht über ein bestimmtes Thema sprechen will, heißt das nicht, daß er es bei einem anderen Besuch nicht doch möchte.
  • Zeigen Sie Liebe und Verständnis. Seien Sie ein guter Zu­hörer.
  • Berichten Sie etwas aus der gewohnten und alltäglichen Umgebung des Kran­ken, sofern er es möchte und verkraften kann. Damit zeigen Sie ihm, daß Sie ihn am Leben außerhalb des Krankenhau­ses teilnehmen lassen.
  • Teilen Sie eigene positive Erfahrungen von Gottes Trost und Durchhilfe mit, wenn das angebracht ist, und geben Sie dem Kranken die Gelegenheit, von sei­nen zu berichten.
  • Sprechen Sie in einer angemessenen Lautstärke. Denken Sie auch beim Sin­gen daran, daß manche Kranke ge­räuschempfind­lich sind. Holen Sie sich die Er­laubnis der Mitpatienten, wenn Sie im Zimmer singen wollen.
  • Erwähnen Sie nicht unbeabsichtigt, um was für eine Station es sich handelt oder warum der Kranke dort ist. Es kann sein. daß der Kranke die Art oder Schwere seiner Krankheit nicht kennt. Oft ist es nicht unsere Aufgabe, ihm das zu sa­gen. Seien Sie aber offen für ein ehrli­ches Gespräch, wenn dem Patienten sein Zu­stand verschwiegen wird, er ihn aber erahnt oder doch weiß. Belügen Sie Pati­enten nicht.
  • Suchen Sie einen Anknüpfungspunkt für ein geistliches Ge­spräch, aber er­zwin­gen Sie es nicht.
  • Seien Sie darauf vorbereitet, einen Kranken zu Jesus Chri­stus zu führen und ihn danach im Glauben zu beglei­ten.
  • Ermutigen Sie gläubige Kranke, dem Herrn Jesus weiterhin zu vertrauen und eine tiefere Beziehung zu Ihm zu su­chen. Helfen Sie ihm, Vergebung zu su­chen und anzunehmen, wenn das nötig ist, aber denken Sie daran, daß die mei­sten Krankheiten nicht mit persönlicher Sünde zusammenhängen, sondern Folge des Sündenfalles sind. (Beispiel: der Blind­geborene in Johannes 9 und Hiob). Ver­mitteln Sie, wenn nötig, ein Gespräch mit einem bibeltreuen Seel­sorger.
  • Bieten Sie an, mit dem Kranken zu be­ten und lesen Sie Got­tes Wort mit ihm.
  • Sagen Sie dem Kranken, daß Sie bereit sind, praktisch zu helfen, z.B. eine Nach­richt weiterzugeben, einen Telefon­anruf zu erledigen. Beachten Sie die Be­dürf­nisse des Kran­ken.
  • Seien Sie erreichbar für den Kranken. Hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer und Adresse, wenn er sie nicht schon hat.
  • Halten Sie die zugesagten Besuche ein, weil der Kranke diese  erwartet und sich darauf freut.
  • Beziehen Sie das Pflegepersonal bzw. die Angehörigen, die den Kranken be­treuen, bei Ihren Besuchen mit ein. Sie sind es, die die meiste Zeit mit dem Kranken verbringen. Einige sind viel­leicht Christen - versuchen Sie sie ken­nen­zuler­nen, denn auch sie können dem Kranken geistlich weiterhel­fen.
  • Beten Sie auch nach dem Besuch für den Kranken.

  Vermeiden Sie:

  • Blumentöpfe oder große Blumensträuße mitzubringen.

  • zu lange zu bleiben, weil es den Kranken selbst oder seine Mit­patienten zu sehr ermüden könnte. Achten Sie auch dar­auf, daß Sie nahen Verwandten nicht die Möglichkeit nehmen, mit ihren Ange­höri­gen zu sprechen.

  • den Stuhl zu nehmen, der dem Kranken am nächsten steht, wenn dadurch der Ehemann, die Ehefrau, nahe Verwandte oder Freun­de weiter weg sitzen oder am Fußende stehen müssen.

  • auf dem Bett zu sitzen. Es ist in den meisten Krankenhäusern ver­boten und stört den Kranken, besonders nach Ope­rationen oder bei Schmerzen.

  • dem Kranken auf seinen Wunsch hin Essen oder Trinken zu ge­ben, ohne es vorher mit den Pflegenden abge­spro­chen zu ha­ben. Es kann einen Grund ge­ben, warum er bestimmte Dinge nicht essen oder trinken darf.

  • spezielle Fragen über die Krankheit zu stellen, z.B. "Hast Du Krebs?"

  • den Kranken mit Ihren eigenen Sorgen und Nöten zu belasten.

  • zu persönlich zu werden, z.B. von "im Falle deines Todes ..." zu sprechen. (Aus­nahme: Wenn der Kranke selbst darüber reden will und dieses Thema beginnt.) Reden Sie mit ihm lie­ber über das ewige Leben.

 

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